Verkehr à la grande Effizienz & Kontaktsuche à la Bahnhof Zoo
Das mit dem beginnenden Französischkurs ist nun doch nicht der Fall. Sie wollten uns Erasmusherde ("määhh!") wahrscheinlich nur nen bisschen Angst einjagen. Anstatt dessen gab es einen 2 1/2 stündigen Französischtest, mit dem sie erst einmal unser Niveau ausloten wollen. Meine Kurse kann ich mir dann auch erst endgültig nä Woche zusammenstellen, wenn die Uni schon anfängt, getreu dem Motto "tranquille" (Nur mit der Ruhe!).
Manchmal werde ich das Gefühl nicht los, das mir Hundescheisse an den Füßen klebt, wenn ich durch die Stadt laufe. Manchmal ist eigentlich leicht untertrieben, fast immer!
Nach jeder halben Stunde wird man dann etwas misstrauisch und schaut mal wieder unter den Fuß, aber auch da wieder nicht das erlösende Gefühl, ...ja erlösend, weil nach 10mal unter-den-Schuh-gucken will man endlich die Ursache gefunden haben, sprich, das was drunter klebt. Aber nein. Nichts! Rein gar nichts! Vielleicht bilde ich es mir ja nur ein oder die Hunde hier haben einen sehr ausgeprägten Odeur…ich weiß auch nicht. Auch komisch, dass man gar nicht so viele Hunde sieht. Die bevölkern wahrscheinlich nur nachtsüber die Stadt und ziehen sich dann wieder in die Vorstädte zurück.
Dieser ausschweifende Gedanke bringt mich zum Verkehrssystem und besonders zur Metro, die anscheinend tagtäglich zehntausende ToulousianerInnen in die Stadt und wieder zurück in die Périphérie bringt. Und das ohne jeglichen Fahrer. Kein einziger U-Bahn Fahrer fährt die Metro. Alles läuft komplett automatisiert ab. Deshalb ist es wahrscheinlich kein Problem U-Bahnen innerhalb von einem Minutentakt oder teilweise sogar aller 30 Sekunden fahren zu lassen. Aber irgendwie fühlt man sich soo sicher dann auch nicht. Letztens fiel das ganze U-Bahn System aufgrund eines technischen Defekts für mehrere Stunden aus.
Da ich mir nun ein Fahrrad auf dem sonntäglichen Jahrmarkt erwerben bzw. erhandeln konnte(beim Marokkaner hab ich’s aufgegeben und mir nen Franzosen gesucht), radel ich nun jeden Tag frisch und feuchtfröhlich durch den aufregenden Stadtverkehr.
Aufregend deshalb, weil oft unvorhergesehene Manöver passieren können, schneller als bei uns - ist immer spannend. Aber das gute daran, jeder nimmt mehr Rücksicht gegenüber dem Anderen. Ja!
Der Fußgänger beispielsweise hat irgendwie immer das Recht die Straße zu überqueren, egal welche Ampelfarbe aufleuchtet. Als Fahrradfahrer sowie Inline-Skater hat man anscheinend auch größere Privilege, so dass Ampel und Kreuzung kaum zählen. Komisch, dass es jedoch hier kaum Radfahrer gibt, da wird lieber der überfüllte Bus genutzt. An manchen Bushaltestellen gibt es sogar Einweiser, die meinen, daaa hinten wäre doch noch 5 cm Platz für ein paar Hanseln, obwohl die Luft dann schon langsam knapp wurde und bei der nächsten Station hätten wir uns dann stapeln müssen, wären noch mal so viel Leute eingestiegen.
Also mit Spielzeug-Metro und den ausgelasteten Bussen, ist das Verkehrssystem hier doch sehr effizient gestaltet.
Was ich noch zum Verkehrs- und Leitsystem (Schwerpunkt liegt auf „Leitsystem“!) loswerden muss sind die frz. Schilder die mir doch oft unverständlich sind. Oft sind Schilder ohne Pfeile (z.B. Shoppingmeile da und da). Ja, aber wo denn lang, wenn ich 2-3 Strassen zur Auswahl habe. Und wenn dann mal ein Pfeil an einem Schild ist, lande ich oft in der falschen Richtung. Eigentlich nicht so schwer denkt man, aber man sollte die Tücke frz. Beschilderung nicht unterschätzen, besonders wenn man in dieser Sache deutsch vorgeprägt oder verwöhnt ist.
À prospos deutsch. Sie sind überall. Man kann Sie kaum meiden! In der Stadt, in der Uni und selbst bei meinem kurzen Trip nach Andorra hörte ich die deutsche Sprache. Ich bin praktisch umzingelt. Und langsam geht mir das echt auf den Keks. 52 Deutsche und Österreicher gibt es dieses Jahr an meiner Uni, gerade mal 12 frz. Jean-Jacques und Francoises haben es nach Deutschland geschafft. Eine müde Zahl. Wie Christian in seinem Block schreibt, gibt es auch hier gewisse Deutsche, die unter der Krankheit Kontaktsuch(e/t) leiden. Die krampfhaft versuchen sich intravenös neue Telefonnummern einzuflößen. So ungefähr wie: „Ja, ja, noch eine, gib mir noch eine!“.Ich sehe es etwas lockerer, aber natürlich hat man schon einige Bekanntschaften gemacht und auch notiert! Wow!


2 Comments:
Mhhh, meinen geplanten Hundekoot-Post kann ich mir dann ja sparen! Hier weht nämlich auch permanent eine feine Brise Eau de Koot durch die Straßen. Ab und an liegen sogar richtige Haufen (sieht fast nach Pferd aus) mitten in der Haupteinkaufsstraße...leider hat man zu Stoßzeiten keine Chance den Boden zu sehen, insofern sind die Haufen auch relativ schnell wieder weg ;)
Auf eine gewisse Art und Weise macht das die Stadt sympathisch...
ja strahlt einen sehr freundlichen Willkommensodeur aus, wenn man das nicht gewohnt ist. Komischerweise stoehrt dass die Franzosen nicht die Bohne, hab ich den eindruck. Schreib ruhig deinen eintrag, vielleicht gibts da ja kulturelle Unterschiede, bezueglch groesse, odeur, konsistenz..etc. lol!
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