Montag, Oktober 30, 2006

Erstes Rugbytraining

Ein Chaos in der Uni in der Anfangszeit, besonders bei der Einschreibung und Zusammenstellung der Kurse. Keiner wusste irgendetwas. An jeder Ecke „Oh la la…je suis perdu“ (was soviel heißt wie: Ich find mich nicht zurecht). Das lässt einiges hoffen oder auch nicht, für das kommende semester. Leider war meine Uni nur eine provisorische Übergangslösung, die natürlich jetzt zur Dauerhaften geworden ist. Ich glaube deshalb ist sie nicht gerade sehr schön anzusehen (Sie besteht eigentlich nur aus abgebrochenen sozialistischen Bauklötzern). Deshalb hier noch das schönste Foto, das ich machen konnte von unserem Empfangsgebäude "grand arche":

Im Hintergrund müssten die HLM-Wohnungen herausragen (frz. Sozialwohnungen - war für Ende des Jahres 2005 ein Indiz für Ghetto, Aufstände, soz. Brandherde etc.). Denn soweit ich mitbekommen habe und auch selber gesehen habe (bei meinem kühnen, erfolgreichen Versuch von einem Ende zum anderen Ende von Toulouse zu laufen – von zu Hause zur Uni – übrigens 2,5h) konnte ich doch sehen, dass die Gegend die meine Uni umgibt keine hohe Rate an katholischen Kindergärten besitzt, eher jedoch Alkoholleichen und pakistanische Einwanderfamilien zahlreich hoch vertreten sind.

Aber Gott sei Dank soll(!) unsere Uni trotzdem gut sein!


Ein Foto von Spaßrakete N°1 – Lunes, mein 18 Monate alter Mitbewohner. Sehr quirlig, immer bereit irgendwas in die Finger zu kriegen, es gegebenenfalls zu zerstören oder es gut zu heissen…und es dann später zu zerstören, nach dem Motto: Veni, vidi, vicci (Man beachte die Schuhgröße).

Schwierig diese Woche in ein paar kurze Worte zu fassen, aber das Rugbytraining am Montag ist auf alle Fälle eine Erwähnung wert. Nun die Leute, die diesen Sport praktizieren sind nun keine Freunde der Wasserrythmusgymnastik oder des Balletts. Eher etwas grober!

Nun, nach meinem ersten Training kann ich sagen, dass ich mich auf langfristigen Gehirnzellenverlust einstellen muss. Sozusagen auf intellektuelle Diskussionsrunden am Abend verzichten muss, nicht weil ich dann geistig nicht mehr dazu fähig bin (könnte zwar auch vorkommen), aber eher weil ich dann gerade noch mein Kinn zurechtrücken muss. Oder ein Ersatzohr annähen muss.

Spaß war auf alle Fälle auch an Bord und deshalb bleib ich erst einmal dabei. Hab mir gleich mal hochqualitative Schuhe für 17€ geholt, hoffe die fallen nicht nach dem ersten Traning auseinander. Beim nächsten mal leist ich mir dann den Zahnschutz.

Rugby ist hauptsächlich nur in Südfrankreich bekannt (sonst England, Spanien, Italien, Australien..), also hier etwas recht regionales. Dadurch hängt der südliche Dialekt mit der Sportart rugby irgendwie eng zusammen, so dass ich kaum eine Anweisung meines Trainers verstand. Und immer nur ein „oh la la!“ zu hören bekam. Die Jungs sind voll i.O., einer gab mir immer ne art von Übersetzung in Englisch was der Trainer denn nun meint, was mich ja gleich noch viiel beliebter beim ihm machte.

Am Ende kam dann raus, dass einer der Brüder dieses feinen englischen Sports, die Katja aus Berlin sehr gut kennt, ursprünglich kommt er aus Nizza. Auch wieder mal so ein Zufall. Ich nehm’s schon gelassen, nicht mehr Emotionen als ein Aktenstempel „Genehmigt“. Aber naja is ja schon interessant, die Anne würde jetzt bestimmt was anderes sagen:)
Und einen traf ich wieder, den ich während der Wohnungssuche kennenlernte. So groß ist Toulouse dann auch nicht. Obwohl Toulouse + "Périphérie" bis zu 1 Mill. Einwohner fasst.