Samstag, Dezember 02, 2006

frz Kulturstunde

Heute etwas über den Franzosen an sich. Heißt er Jaques? Oder isst er gerne Camembert?

Disclaimer: Vorsicht, alles subjektive Generalisierungen à la 'Errrmann.

1.) Er instruiert nicht, wie man es machen sollte und dass man es machen sollte in 90% der Fälle, verglichen zu dem oder der Deutschen „AustauschLehrer(in)“ (das trifft zumindest auf eine Deutsche zu, die beim Volleyball ihre Mitspieler wie eine Sowjetmilizin auf die Positionen dirigierte).
Begründet liegt diese Art des Handelns, so möchte ich vermuten, im französischen Grundverständnis: „liberté, égalité, fraternité“
Unverständlich? Ein Beispiel: Im Verkehr, als Fahrradfahrer bin ich der freiste Mensch, keine rote Ampel, kein Auto kann mich stoppen. Die Liberté toujours!
An einer Rechts-vor-links Kreuzung gewährt mir als Fahrradfahrer jeder Franzose die Vorfahrt, obwohl ich sie natürlich nicht gehabt hätte. Und ich "deutscher" Gesetzestreuer halte trotzdem immer an und setze mind. 3 Sek. einen misstrauischen Blick auf. Hilft nix, ich krieg immer Vorfahrt!
Aber Schluss damit in Zukunft, es lebe der freie Fahrradfahrer in Frankreich!
Und wenn ich dann doch mal im allerspätesten Moment über die rote Kreuzung schnippe: kein hupen – nichts! Es wird sachte gebremst und gechillt weitergefahren.

2.) Der Franzose befasst sich gern mit großen deutschen Namen, allen voran mit Philosophen wie Kant, Hegel, Heidecker, Fichte…etc.
Aber auch Marx Schriften scheut er nicht! Ich belege beispielsweise den Kurs „Philosophie allemande“ – um einmal die frz.-dt. Sicht im Bereich Philosophie kennenzulernen:
Wir übersetzen im Kurs 20 Zeilen lange Sätze aus Marx Analen live im Unterricht, bzw. ausschließlich unser Professor. Hochkomplex! Hochachtung, besonders an diejenigen im Kurs, die sich ohne vorherige Deutschkenntnisse, nun 4h in der Woche damit beschäftigen (müssen).
Hinzuzufügen als interessanten Aspekt wäre außerdem, das mein Philosophie Professor es vorzieht eine Art Jogginghose, Unterhemd und auch Goldkettchen zu tragen. Des Weiteren achtet er sehr auf schon fast „überdeutsche“ Pünktlichkeit. Sogar allgemein wundert es mich, dass die Franzosen pünktlich im Unterricht erscheinen (was mir ja manchmal ein paar Probleme bereitet:). Sowieso, im Großen und Ganzen: deutsche Austauschschüler sind hier das Gegenteil was man von ihnen erdenken würde – „ach ja…Hausaufgaben…mmh, nee, wieso?“

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