es geht dem Ende zu!
Schwierig, hier ein Fazit zu ziehen. So ähnlich wie die Frage nach z.B. einer Weltreise: „Na und, wie wars, gut..ja!?“
Ich werde einiges vermissen, diese netten, äußerst schmalen, unpraktischen Bürgersteige, wo man immer wieder rauf und runter rennt, weil entweder Hundekot, schleichende Omis oder kreuz und quer parkende Autos einem den Fahrtwind nehmen. Die oft miserable Organisation (ein Hauch Tohuwabohu ist immer dabei!). Oft störten mich Schilder mit Pfeilen die mich in die Irre führten (ein Pfeil nach links , heißt nicht gleich nach links, sondern kann auch geradeaus heißen), nirgendswo Toiletten in der Stadt. Dixie Klo hätte bei der „Fete de la Musique“ hier Millionen machen können. Oder vielleicht gehört es einfach dazu,…in die Straße zu pinkeln? - eine durchaus prekäre kulturwissenschaftlische Frage!
Der Hundekot auf den Gehwegen wird mir fehlen, die hohen Lebensmittelkosten und Bierpreise, die frz. Mentalität wie: "komme ich heut nicht, komme ich morgen…vielleicht", die widersprüchlichen Versprechen oder Aussagen von Franzosen („Ja, klar, bin mir ganz sicher, da geht’s zum…“ oder „Das würde ich nie machen, aber…“), das Erasmus Geplapper („Yes, this culture is reaaaallly….“, „Oh yes, Germans…haha, drinking a lot of beer and drive fast on the autobahn..haha“) oder so manche unnützen Kurse, die ich an der Mirail Universität belegte oder mein fast einstündiger Weg von WG zur Uni.
Aber Nein, wahrscheinlich wird mir das wirklich fehlen. Jetzt mal offenherzig: so viele positive Sachen, die ich hier erlebt und erfahren habe, die alles andere in Vergessenheit geraten lassen. Es ist etwas hart jetzt die letzten Tage zu überstehen und nix zu machen. Warum? Klar man genießt, geht aus und hat nochmal Spaß, aber man denkt viel nach und man ist etwas melancholisch.
Sowieso realisiert man erst wirklich, wie gut einem so etwas getan hat und was man doch alles tolles gemacht hat, wenn man wieder daheim ist. So wie bei einem guten Urlaub, wo man zurück kommt und denkt: „Schön wars, aber irgendwie bin ich geschafft…“ und im Nachhinein sagt man sich: „Mensch, war das war klasse, nich?…“
Am Freitag breche ich hier meine Zelte ab und bau sie in Beziers wieder auf. Denn dort werde ich den Sommer über in einem Campinglager im Empfang arbeiten. Ein Vier-Sterne Camping lager (ui!), welcher hier zu finden ist: www.leclosvirgile.com
Den Job habe ich mir glücklicherweise über eine Massenemail-Bewerbungs-Aktion ergattern können. Ich freue mich drauf. Ich bin untergebracht in einem Bungalow ein paar Schritte vom Strand entfernt.

